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L'Aquila: „Der Prozess war gerechtfertigt“
Weil sieben Wissenschaftler das Erdbeben von L'Aquila im Jahr 2009 nicht exakt vorhergesehen hatten, müssen sie nun für sechs Jahre ins Gefängnis. Der Potsdamer Seismologe Rainer Kind meint, die Erdbebenforscher wurden zurecht vor Gericht gebracht. Er widerspricht damit den Protesten aus der Forscherwelt.
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Das Urteil von L’Aquila hat Bestürzung unter vielen Forschern ausgelöst. „Ein klarer Fall von falscher Kommunikation von Wissenschaft“, sagt etwa Richard Walters von der Uni Oxford. „Man sollte Forscher, die fachlich korrekte Aussagen machen, nicht ins Gefängnis stecken.“ Rainer Kind, Seismologe am Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam (GFZ), sieht das anders. „Die Strafe ist nach meiner persönlichen Meinung zu hoch, prinzipiell halte ich den Prozess aber für gerechtfertigt“, sagt er. „Die Fachleute haben den Menschen sinngemäß gesagt: Es wird nichts passieren“, sagt er und erinnert an die Szene, bei der ein Journalist den Vize-Chef der Zivilschutzbehörde, Bernardo De Bernardinis, fragt, ob sich die Leute „bei einem Glas Rotwein“ entspannen sollten. „Absolut“, hatte der Beamte geantwortet.
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