Panorama: Leicht höhere Geburtenrate
Experte erklärt Anstieg im Osten mit kulturellen Unterschieden / Neue Diskussion um das Elterngeld
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Die Geburtenrate ist in Deutschland im vergangenen Jahr leicht gestiegen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden kamen 2010 rund 678 000 Babys lebend zu Welt und damit etwa 13 000 mehr als im Vorjahr. Die sogenannte Geburtenziffer, also die durchschnittliche Kinderzahl je Frau, stieg bundesweit von 1,36 im Jahr 2009 auf nun 1,39. Einen nachhaltigen Positivtrend erkennt Jürgen Dorbritz, Forschungsleiter am Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung darin zwar nicht. Die Zahlen für die neuen Bundesländer seien aber positiv zu sehen, da sich der Anstieg fortzusetzen scheint. Dort kletterte die Geburtenziffer von 1,40 auf 1,46. Ostdeutsche Frauen sind also eher bereit, Kinder zu bekommen. Dorbritz führt diese Tatsache auf strukturelle und kulturelle Unterschiede zurück. „In den alten Ländern gibt es seit jeher eine höhere Kinderlosigkeit als im Osten“, erklärt der Bevölkerungsexperte. Hoch qualifizierte Frauen würden sich im Westen eher für den Job entscheiden. „Bei ostdeutschen Frauen haben Kinder eine höhere Priorität.“ Im Westen sei die Kinderbetreuung außerhalb der Familie zudem weniger akzeptiert als im Osten. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist im Osten also einfacher. Dort sei auch die Erwerbstätigkeit von Mann und Frau mehr in der Gesellschaft verankert.
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