Vertrauter von Jeffrey Epstein: Französischer Modelagent Daniel Siad tot aufgefunden
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Billionaire Jeffrey Epstein in Cambridge, MA on 9/8/04. Epstein is connected with several prominent people including politicians, actors and academics. Epstein was convicted of having sex with an underaged woman. (Photo by Rick Friedman/Rick Friedman Photography/Corbis via Getty Images)

© Corbis via Getty Images/Rick Friedman

Update

Vertrauter von Jeffrey Epstein: Französischer Modelagent Daniel Siad tot aufgefunden

Es ist ein weiterer Todesfall im Epstein-Netzwerk: Der Modelagent Siad lebt nicht mehr. Gegen ihn wurde wegen Menschenhandels ermittelt. Auch tauchte sein Name im Zusammenhang mit einer vermissten Deutschen auf.

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Der französische Modelagent Daniel Siad ist am Montagabend in der Nähe von Paris tot aufgefunden worden. Er hatte enge Verbindungen zum US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Die Staatsanwaltschaft von Nanterre teilte am Mittwoch mit, sie habe eine Untersuchung zur Ermittlung der Todesursache eingeleitet, nachdem die Leiche Siads in dessen Haus in Colombes in der Nähe von Paris entdeckt worden sei.

Gegen den 69-jährigen Siad, der unter anderem wegen Vergewaltigung angezeigt worden war, lief in Paris ein Ermittlungsverfahren wegen Menschenhandels. Offiziell arbeitete er als Headhunter für Models, doch zahlreiche Dokumente in den Epstein-Akten schreiben ihm die Rolle eines Mädchenjägers für Epstein zu. Fünf Frauen, unter ihnen das schwedische Ex-Model Ebba Karlsson, erstatteten in Frankreich Anzeige wegen Vergewaltigung und Menschenhandels gegen Siad. Dieser wies die Vorwürfe zurück. Die französische Justiz hatte ihn bislang nicht verhört – nun ist es zu spät.

Siads Name stand auch im Zusammenhang mit dem Verschwinden einer seit 2015 vermissten Deutschen. Angehörigen zufolge habe sie seit 2012 in Kontakt mit Siad gestanden,

Er stellte Frauen eine Karriere als Model in Aussicht

Laut Epstein-Akten und Aussagen der Frauen war Siad in zahlreichen Ländern unterwegs, um gutaussehende junge Mädchen zu finden. Diesen stellte er eine Karriere als Model in Aussicht und brachte sie mit Epstein in Verbindung. In zahlreichen Nachrichten preiste er junge Mädchen und Frauen an, schickte Fotos von ihnen und schlug Epstein Treffen vor. 

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„Süßes französisches Mädchen in Marrakesch, 22 Jahre alt“, schrieb er etwa 2002 an Epstein. Auf dem geschwärzten Foto sind lediglich deren nackte Beine zu sehen. „Wann kommst Du nach Marrakesch? Ich kann ein Casting organisieren und eine tolle private Unterkunft“, wirbt er weiter. Epstein stellt einen Besuch Ende September in Aussicht, „wenn das Wetter besser ist“. 

Im Sommer 2009 schickte er eine Mail mit sieben Fotos im Anhang und dem Kommentar dazu: „Ich habe eine Supertolle aus Lettland gefunden, sie ist 20, sieht aber jünger aus.“ 

„In diesem Geschäft fühle ich mich wie ein Fischer“

Siad betonte zudem, dass er „großen Respekt“ vor Epstein habe. „Ich wollte Dir eine große Überraschung bereiten, aber dieses Mal hat es nicht geklappt“, schrieb er 2014. „In diesem Geschäft fühle ich mich wie ein Fischer, manchmal fische ich schnell etwas, manchmal gibt es keinen Fisch“, rechtfertigte er sich. 

In derselben Mail kündigte er „eine Liste von fünf Mädchen zwischen 16 und 17 Jahren“ aus Skandinavien an. „In Schweden hätte ich beinahe mein Image riskiert“, bemerkte er. Schließlich erwähnte er noch eine 15 Jahre alte Französin, deren Eltern „sehr glücklich sind, dass ihre Tochter Model wird“. 

Eine Französin, die unter dem Decknamen Juliette aussagte, berichtete, wie Siad sie 2004 in Paris auf der Straße angesprochen und ihr den Kontakt zu einer Model-Agentur in New York in Aussicht gestellt habe. Dort sei sie dann von Epstein sexuell bedrängt worden. „Diese Männer setzen auf Manipulation und testen, wie weit die jungen Frauen gehen“, erklärte sie. 

So habe sie sich von Epstein bei ihrer Ankunft den Pass abnehmen lassen und Geld von ihm angenommen. Sie habe das zugelassen, „um nicht schwierig zu wirken“, sagte sie später. 

Siad wurde regelmäßig von Epstein bezahlt

Das Ex-Model Karlsson war die erste, die im vergangenen Februar Anzeige gegen Siad erstattete – nachdem sie ihn auf Bildern aus den Epstein-Akten wiedererkannt hatte. Sie wirft ihm vor, dass er sie im Alter von 20 Jahren in einem Schwimmbad in Südfrankreich vergewaltigt habe. 

Aus den von AFP eingesehenen Dokumenten geht weiterhin hervor, dass Siad regelmäßig von Epstein bezahlt wurde. Im Jahr 2018 schickte Epstein Siads Bankverbindung weiter an seinen Buchhalter mit dem Auftrag, ihm ein Darlehen in Höhe von 25.000 Dollar zu gewähren. 

In den im vergangenen Jahr veröffentlichten Epstein-Files taucht Siads Name tausendfach auf. Er soll dem Sexualstraftäter Mädchen und junge Frauen zugeführt haben. (AFP/Tsp)

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