
© Seidemann
Plaue: Wo der Gutsherr Schopenhauer las
Fontane fand die Villa Wiesike in Plaue "pittoresk". Heute wartet das Denkmal auf seine Rettung.
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Etwas abfällig beschreibt Fontane das Haus seines Gastgebers. „Eine zur Villa umgewandelte Lehmkate“, lässt Brandenburgs vornehmster Wanderer seine Leser wissen. 1874 hatte er das Anwesen „Schloss Plaue gegenüber“, wie es damals hieß, besucht. Doch der Dichter irrt. Der illustre Kaufmann Carl Ferdinand Wiesike hatte 1828 das – gewiss – schlichte Haus aus roten Ziegeln mauern lassen. Schließlich saß er als Ziegeleibesitzer an der Quelle. Fontane bemerkt zudem etwas spitz, sein Gastgeber habe sich im Laufe der Jahre, „statt Umbauten vorzunehmen, darauf beschränkt, anzubauen“. So sei etwas „wenig Künstlerisches, aber dafür etwas Pittoreskes und zugleich sehr Praktisches entstanden“. Käme Fontane heute zur Villa Wiesike, wäre er möglicherweise schockiert. Das Haus – am kommenden Sonntag zum „Tag des offenen Denkmals“ zu besichtigen – hat arg gelitten. Schon lange bevor die Fischereischutzgenossenschaft Havel das Ensemble 1997 von der Treuhand kaufte.
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