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Zum Tod von Günter Grass: Sirenengesang und Trommelschlag
Eine Epoche ist vorüber. Messerscharf, manchmal knüppelhart, redete Günter Grass den Deutschen ins Gewissen. Er wurde geliebt und geschmäht wie kaum ein Schriftsteller vor ihm. Ein Nachruf
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Sein wohl letzter öffentlicher Auftritt war vor zwei Wochen noch einmal ein persönlicher Triumph. Hamburg feierte Günter Grass, als am 28. März dort im Thalia Theater eine Bühnenversion seines „Blechtrommel“-Romans Premiere hatte. Und hinterher schüttelten viele, viele dem wie fast immer im rustikalen Cordsakko erschienenen Großschriftsteller die zart gewordene Hand, allen voran Olaf Scholz, der Erste Bürgermeister.
Grass, so erzählt eine enge Vertraute, sei dabei heiter wie lange nicht mehr gewesen. Die Inszenierung des belgischen Regiemeisters Luc Perceval, in der die über 70-jährige zauberhafte Schauspielerin Barbara Nüsse den zwergwüchsigen Trommelbuben Oskar Matzerath darstellt, hatte ihm überaus gut gefallen. „Stellenweise“, so Grass mit einem amüsierten Lächeln, „habe ich ganz vergessen, dass ich der Autor bin.“
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