
© Sascha Schürmann/AFP
Nach dem Absturz von Germanwings-Flug 4U9525: Trost und Trauer überall
Sie klammerten sich an Hoffnungen. Eltern, Lehrer, Freunde. Bis zuletzt. Am Tag nach dem Absturz steht der Schrecken im Gesicht eines Schulleiters, herrscht eigentümliche Geschäftigkeit. Die Kanzlerin fliegt nach Südfrankreich, Experten suchen nach Gründen. Und doch es bleibt: ein Rätsel.
- Mohamed Amjahid
- Robert Birnbaum
- Veronica Frenzel
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Die Gesichter der Trauer bleiben den Kameras verborgen, und das ist richtig so. Aber wer am Tag danach Ulrich Wessel sieht, der erkennt wie in einem Spiegel den Schrecken. Wessel ist der Direktor des Joseph-König-Gymnasiums im nordrhein-westfälischen Haltern, ein drahtiger Mann, die Haare achtlos verstrubbelt. Er hat jetzt aber andere Sorgen. Am Dienstag war er es, der Eltern sagen musste, dass ihre Kinder tot sind, ihr Flugzeug zerschellt in den Alpen, 16 Schüler der zehnten Klasse, zwei junge Lehrerinnen. Nun sitzt er im Rathaus von Haltern, und eigentlich kann er nicht mehr. Im Kopf, sagt Wessel, sei die Katastrophe angekommen, „aber bis ich das wirklich verstanden habe, das wird noch dauern“. Wann es wieder Schüler-Austauschprogramme an seiner Schule geben werde, fragt ein britischer Journalist. Wessel guckt in die gute Hundertschaft, die ihre Kameras und Mikrofone auf ihn gerichtet hat. „Wenn ich ehrlich bin – ich weiß noch nicht, wie ich den morgigen Tag rumkriege.“ Sylvia Löhrmann, die Landesschulministerin, legt ihm sachte die Hand auf den Rücken. An der Wand hinter ihnen breitet der Gekreuzigte seine Arme aus. Sie werden hier noch viel Trost brauchen.
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