Berliner Justiz: Wenige Minuten pro Fall
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Altehrwürdig. Bei seinem Bau 1906 war das damals „Neue Kriminalgericht“ Berlins erstes Gebäude mit elektrischem Licht.

© Kleist-Heinrich

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Berliner Justiz: Wenige Minuten pro Fall

Ein Streit im Kiosk, eine Razzia im Puff. Im Moabiter Kriminalgericht wachsen die Aktenstapel. Und es mangelt nicht nur an Zeit.

Von Andreas Austilat

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Der Rechtsweg beginnt für Sonja Leistner jeden Morgen gegen 8.45 Uhr mit den immer gleichen Schritten. Im Moabiter Kriminalgericht holt sie in den fünf Geschäftszimmern ihrer Abteilung die Akten, die dort für sie bereitliegen. Buchstabe B bis C, sortiert nach den Namen der Beschuldigten, Diebstahl, Raub, Drogen, Erpressung, Betrug, Körperverletzung. Nach den ersten drei Räumen kann sie die Last noch tragen, im vierten benötigt sie einen kleinen Wagen, im fünften hat sie insgesamt 37 Akten aufgeladen. Die kommen zu den 17 auf ihrem Schreibtisch, die sie gestern nicht erledigen konnte, weil sie im Gerichtssaal festsaß.

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