Bei Rundgang durch das Weiße Haus: Als Trump ihm das vermeintliche Biden-Porträt zeigt, muss Xi laut lachen
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US-Präsident Donald Trump führt den chinesischen Präsidenten Xi Jinping im Weißen Haus in Washington hherum

© imago/Xinhua/IMAGO/Xie Huanchi

Bei Rundgang durch das Weiße Haus: Als Trump ihm das vermeintliche Biden-Porträt zeigt, muss Xi laut lachen

Beim Staatsbesuch zeigt Trump Chinas Staatspräsidenten den umgestalteten „Präsidenten-Walk-of-Fame“. Beim Blick auf ein Bild lässt sich Xi Jinping zu einer ungewohnten Regung hinreißen.

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Es war einer der eher seltenen Momente, in denen Chinas sonst eher besonnener Staatspräsident öffentlich in schallendes Gelächter ausbricht: Als US-Präsident Donald Trump Xi Jinping bei einer Tour durch das Weiße Haus ein vermeintliches Porträt des ehemaligen US-Präsidenten Joe Biden zeigt, reagieren der chinesische Autokrat und seine Entourage mit einem lauten Lachen.

Aber von vorn: Im Zuge eines dreitägigen Staatsbesuchs des chinesischen Staatspräsidenten in Washington führte der US-Republikaner Xi über das Gelände des Weißen Hauses und präsentierte ihm stolz die verschiedenen Neuerungen und baulichen Veränderungen, die er bereits vorgenommen hat.

Schließlich präsentierte Trump seinem Gast den sogenannten „Walk of Fame der Präsidenten“ – hier werden gewöhnlicherweise in chronologischer Reihenfolge Portraits und Gedenktafeln der bisherigen US-Präsidenten ausgestellt. Dabei zeigte der US-Präsident zunächst auf zwei Bilder von sich selbst, die anlässlich seiner beiden Amtszeiten aufgehängt wurden, und erklärte Xi: „Trump, und nochmal Trump.“

Schließlich zeigte der US-Präsident auf ein Bild in der Mitte, wo eigentlich ein Porträt von Trumps Vorgänger Joe Biden hängen sollte, und erklärte: „Und das ist der Autopen.“ Trump stupste Xi daraufhin freundschaftlich am Arm an und erklärte: „Es ist Biden.“

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Was hat es mit dem Autopen auf sich?

Bereits vor etwa einem Jahr ließ der US-Präsident in einem Säulengang im Außenbereich des Weißen Hauses die Porträtgalerie „Presidential Walk of Fame“ umgestalten. Anstelle eines Portraits seines Vorgängers Biden ließ Trump ein Foto eines sogenannten Autopens aufhängen. Dabei handelt es sich um eine mechanische Unterschriftenmaschine.

Die US-Republikaner werfen der Vorgängerregierung stetig vor, dass Biden zum Unterzeichnen einer größeren Menge an Begnadigungen ebenjenen Autopen eingesetzt haben soll. Das sei teils ohne Bidens Genehmigung oder Wissen geschehen, behaupten Trumps Anhänger.

US-Demokrat Biden ließ gegenüber verschiedenen Medien jedoch klarstellen, dass er gegen Ende seiner Amtszeit Begnadigungen mitunter nur noch mündlich genehmigt habe. Darüber hinaus sei die Verwendung eines Autopens im Alltag der US-Präsidenten nicht unüblich, wie auch Experten bestätigten.

An image of an autopen signing former U.S. President Joe Biden's signature is displayed in place of a portrait of Biden next to portraits of U.S President Donald Trump at the "Presidential Walk of Fame" along the Colonnade at the White House in Washington, D.C., U.S., October 2, 2025. REUTERS/Kevin Lamarque
Anstelle eines Porträts von Joe Biden ließ Trump im September 2025 das Bild eines Autopens samt Signatur aufhängen.

© REUTERS/KEVIN LAMARQUE

Trump ließ im Rahmen seiner Umgestaltung allerdings nicht nur das Porträt Bidens austauschen, sondern auch die Info-Plakette unter dem Bild. Demnach sei Trumps Vorgänger dem Beschreibungstext zufolge der „mit Abstand schlechteste Präsident in der US-amerikanischen Geschichte“ gewesen und habe die Nation „an den Rand der Zerstörung“ gebracht. Biden wird darin außerdem als „sleepy“ (schläfrig) und „crooked“ (betrügerisch) verunglimpft.

Auch andere Vorgänger Trumps wurden mit neuen Plakettentexten bedacht. So wurde etwa der US-Demokrat Barack Obama als eine der „polarisierendsten politischen Persönlichkeiten in der Geschichte der Vereinigten Staaten“ bezeichnet. Unter dem Porträt des ehemaligen Präsidenten George W. Bush steht geschrieben, dass er „Kriege in Afghanistan und im Irak begonnen hat, die beide nicht hätten stattfinden dürfen“.

Das Weiße Haus ließ kurz nach den Plakettenanpassungen verlauten, dass die neuen Texte „ausdrucksstarke Beschreibungen jedes Präsidenten“ seien und viele davon von Trump persönlich verfasst worden seien.

An image of an autopen signing former U.S. President Joe Biden's signature is displayed in place of a portrait of Biden on the "Presidential Walk of Fame," along the White House Colonnade in Washington, D.C., U.S., December 17, 2025. REUTERS/Jessica Koscielniak
Unter dem Autopen-Bild ließ Trump neue Plakettentext für Biden anbringen.

© REUTERS/JESSICA KOSCIELNIAK

Trump überhäuft Xi bei Staatsbesuch mit Lob

Bereits am Mittwoch waren Xi und seine Frau Peng Liyuan für einen dreitägigen Staatsbesuch in den USA gelandet. Bei den gemeinsamen Presseterminen hatte Trump stets demonstrativ ein harmonisches Bild der Beziehungen beider Länder gezeichnet – obwohl es derzeit etliche offene Streitpunkte zwischen den Regierungen gibt, wie etwa den Konflikt um Taiwan, den Iran-Krieg und den erbitterten Handelsstreit.

Im Rahmen des Staatsbesuchs empfing Trump am Mittwoch seinen Gast in Washington mit viel Pomp und überhäufte ihn vor der Presse mit allerhand Lobeshymnen. Bereits vor Xis Ankunft schrieb der US-Präsident auf Truth Social, dass der Staatschef Chinas bemerkenswert „stark, dynamisch und fit“ wirke.

Beim Staatsbankett im Weißen Haus, zu dem unter anderem auch die US-Tech-Elite wie Tesla-Chef Elon Musk, Nvidia-Chef Jensen Huang und OpenAI-Chef Sam Altman geladen waren, überreichte Trump Xi schließlich eine große Statue eines Weißkopfseeadlers als Geschenk. Auf dem Menü standen an dem Abend Kürbissuppe, Wolfsbarsch mit Sesamkruste und Vanillecreme mit hausgemachtem Honigeis.

Nach dem Dinner lud der US-Präsident seine Gäste schließlich zu einer Besichtigung der Baustelle seines umstrittenen Ballsaals am Weißen Haus ein und sagte: „Ihnen zu Ehren werden Sie die ersten Menschen sein, die dort einen Fuß hineinsetzen.“ (mit AFP)

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