Kultur: Alles im Lack
Rafal Bujnowskis Ausstellung in der Johnen Galerie führt vom polnischen Nagelstudio direkt ins Weltall
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Malerei, so bedeutet es uns Rafal Bujnowski, ist ein Kosmos, der beständig explodiert oder implodiert. Er kann metaphysische Dimensionen annehmen, oder auf seine bloße Materie reduziert in sich zusammenfallen – zu einem kleinen Klecks, der kaum die Größe eines Fingernagels hat. Tatsächlich führt seine aktuelle Ausstellung in der Berliner Johnen Galerie nicht nur ins Weltall, sondern auch geradewegs in ein polnisches Nagelstudio. Seine zehnteilige Gemäldeserie „Nails“ (22000 Euro) wird von einer DVD-Projektion begleitet, die in Großaufnahmen ein zeitgemäßes Schönheitsritual dokumentiert: Routiniert und präzise setzen die Hände einer Kosmetikerin einen feinen Pinsel an, lassen weißen Lack auf einen Fingernagel tropfen, um dann auf die noch feuchte Farbe winzige abstrakte Wirbel aufzutragen. Das Resultat erinnert an Kalligraphie, Sternennebel oder Blüten, oder auch an die Farbspritzer und Schlieren Jackson Pollocks. Finger für Finger bemüht sich die Frau, das Ornament möglichst identisch zu wiederholen. „Embroider“ (Ausschmücken) hat Bujnowski seine Solo-Schau genannt und überträgt das Nagellackdekor vergrößert auf die Leinwand.
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