Kultur: B–A–C–H
Präludium zum Musikfest mit dem Keller Quartett
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Der Himmel beschert dem Musikfest Berlin sein glücklichstes Omen: Ein Regenbogen steht über der Philharmonie, in deren Kammermusiksaal „Bach als Kraftmoment“ am Vorabend des Festivals triumphiert. Ist die „Kunst der Fuge“ ein „Schulwerk“, wie Hugo Riemann annimmt, oder Prototyp des Erhabenen, eine Musik, die mit dem Himmel zu tun hat? Das Keller Quartett aus Budapest spielt das Rätselwerk in einem Bogen, ohne „Schwelgen in Tönen“, das dem Zeitalter fremd ist, vielmehr als Summe kontrapunktischer Wissenschaft, zugleich lebendig, deutlich, analytisch: Fugen, einfache und komplizierteste, Kanons und die große unvollendete Quadrupelfuge. Es wird angenommen, dass in ihr das Grundthema des ganzen Werkes als viertes Thema noch einmal auftauchen sollte. Indes schließt die Aufführung mit den letzten Noten des Autografen, ohne sie, wie früher gängig, mit Andacht zu beweihräuchern. Aber leise werden sie schon, die Kellers, wenn die Viola das B-A-C-H-Thema intoniert.
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