Graphic Novel: Dreistes Ungeziefer
zum Hauptinhalt
Odyssee durch den iranischen Sicherheitsapparat: Eine Seite aus dem Buch.

© Edition Moderne

Tagesspiegel Plus

Graphic Novel: Dreistes Ungeziefer

Eine grandiose Erzählung, die alle Rahmen sprengt: Der iranische Zeichner Mana Neyestani verarbeitet in der Graphic Novel „Ein iranischer Albtraum“, wie er wegen einer Kinderzeichnung zum politischen Verfolgten wurde.

Stand:

Sie nutzen Google? Sie können sich Artikel des Tagesspiegels in der Google-Suche
nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr erfahren oder direkt aktivieren.

Am Ende ist es wohl die bittere Ironie von Mana Neyestanis Geschichte, dass in ihrem Mittelpunkt ebenso ein Insekt steht wie in Franz Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“. Im Fall des iranischen Zeichners ist dieses Insekt eine Kakerlake, die er in den Mittelpunkt eines Kinder-Comicstrips für ein iranisches Reisejournal gestellt hat. Dieser Kakerlake hat er das Wörtchen „Namana“ in den Mund gelegt, „Namana“ wie „Blablabla“ im Deutschen oder „Patati-Patata“ in den romanischen Sprachen. Im Persischen wird „Namana“ ähnlich verwendet. Ursprünglich stammt das Wörtchen aber aus dem Aserbaidschanischen und heißt „Was“. Und wenn eine Kakerlake in einem ethnisch zerrissenen Land plötzlich die Sprache einer Minderheit spricht, kann das verheerende Konsequenzen haben.

showPaywall:
true
isSubscriber:
false
isPaid:
true
console.debug({ userId: "", verifiedBot: "false", botCategory: "" })