Ulrike Draesners Roman „Kanalschwimmer“: Der alte Mann im Meer
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Existenzielle Erfahrung. In Draesners Roman will ein Mann den Ärmelkanal überqueren.

© Wolfgang Runge/dpa

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Ulrike Draesners Roman „Kanalschwimmer“: Der alte Mann im Meer

Sprache und Schweigen: In Ulrike Draesners poetischen Roman „Kanalschwimmer“ findet ein Mann durch extreme Anstrengung zur Wahrheit.

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Für eine Midlife-Crisis ist dieser Charles eindeutig zu spät dran. Mit seinen 62 Jahren sollte er das Gröbste hinter sich haben. Aber ihm kommt doch noch einmal die Vergangenheit in die Quere. Genauer gesagt: eine verwickelte, geheimnisvolle Liebesgeschichte aus den 70er Jahren. Charles’ Frau Maude jedenfalls trifft nach vielen Ehejahren, einem Leben in Deutschland und einem Umzug in die alte Heimat England Silas wieder – Charles’ früheren Freund und Liebeskonkurrenten. Und plötzlich ist die eingespielte Zweisamkeit in Gefahr. Der nüchterne Wissenschaftler Charles weiß nicht recht, wie er mit der emotionalen Situation umgehen soll, was es mit dieser neuen Konstellation auf sich hat – und ob Maude tatsächlich von ihm verlangt, nun eine Beziehung zu dritt zu führen. Er reagiert darauf, wie es Männer gerne tun: mit einem Rückzug und einer Art Mutprobe, die ihm Antworten liefern soll, deren Fragen er noch nicht einmal genau zu formulieren weiß.

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