Nachlass: Der Kuckuck im Herbst
Vermächtnis eines Feinsinnigen: Letzte Erzählungen von Oliver Storz.
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Eine kurze Passage als Kondensat eines Romanfragments, aus der sich auch etwas über das Wesen seines Verfassers Oliver Storz ablesen lässt: „Der Tag, an dem sie Elmar umbrachten, hat für mich damals lange gedauert, hat überhaupt nicht mehr aufgehört, über ein ganzes Jahr hinweg nicht, oder besser gesagt: hat immer wieder von Neuem angefangen, jeden Morgen habe ich die zwei Schüsse in der Stille, das erschrockene Verstummen der Vögel gehört, nur aus dem Schergerwald rief unbeeindruckt der Kuckuck – Unsinn, das kann nicht sein: Elmar starb im Herbst, und im Herbst ruft kein Kuckuck. Egal, im Zweifelsfall siegt die Erinnerung, und also schrie der Kuckuck, obwohl das im Herbst war. Ewig her das alles, fast wie nie geschehen, wahrscheinlich bin ich der Letzte, der noch davon weiß, und ich hab’s nicht mehr weit nach Kaltenbach (so sagen sie in der Heimatstadt von einem, der das Meiste hinter sich hat, denn im Vorort Kaltenbach liegt der Friedhof) – warum also, werden Sie fragen, überhaupt noch davon reden?“
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