Uwe Kolbes Roman "Die Lüge" nähert sich der Autobiografie des Lyrikers
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"Hineingeboren": Der Lyriker und Prosa-Autor Uwe Kolbe

© Gaby Gerster/S. Fischer

Tagesspiegel Plus

Uwe Kolbes Roman "Die Lüge": Die Lachnummer Wahrheit

Mein Vater, der Stasioffizier: Uwe Kolbes autobiografisch inspirierte Romanerfindung „Die Lüge“ erzählt von der fatalen Korrumpiertheit eines untergegangenen Landes

Von Gregor Dotzauer

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Ein Land ohne Namen, doch mit erkennbarem Gesicht. Zwischen Berlin, Halle und Leipzig erstreckt es sich in schwelgerisch ausgerollten Landschaften, die ihm erzählerisch eine Weite verleihen, die es nie besaß. Ein Land auch am Rand der Zeit. Es lebt von einer sozialistischen Mission, die es in die Zukunft tragen soll, zugleich bröckelt es freudlos vor sich hin. Selbst die historischen Erschütterungen, die es erfährt, erreichen das Bewusstsein seiner Bewohner nur stark gedämpft. Der Juniaufstand 1953, die Verkapselung 1961, die Prager Rebellion 1968 – Marginalien eines Lebens, dessen Ereignishaftigkeit im Privaten liegt.

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