Gefängnisarchitektur: Die neue Menschlichkeit
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Keine Mauer. Die Haftanstalt Heidering ist nur von einem Zaun umgeben - um den Häftlingen Aussicht zu gewähren.

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Gefängnisarchitektur: Die neue Menschlichkeit

Wie baut man Gefängnisse? Berlins neue Haftanstalt Heidering steht für einen Wandel in der Architektur des Strafvollzugs. Ziel ist nicht mehr die gebrochene Kreatur. Sondern die Sozialisierung derer, die noch nie sozialisiert waren.

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Die fensterlose Zelle war nur 1,80 Meter hoch, der Insasse war sieben Zentimeter größer. Frischluft gab es nur durch ein kleines Gitter in der Tür, im Sommer herrschten unter dem Bleidach unerträgliche Temperaturen. Vier Stockwerke tiefer, in den häufig überschwemmten Kellerverliesen des Dogenpalastes, waren die Verhältnisse nicht besser. Was Giacomo Casanova, der berühmteste Gefangene des venezianischen Palasts, nach seiner geglückten Flucht 1787 zu Papier brachte, sind Haftbedingungen, die einzig der sicheren Verwahrung der Gefangenen dienten. Sie sollten ihre Missetaten durch alle erdenklichen Strafen büßen, durch Entzug der Bewegungsfreiheit und der Würde, Verweigerung sozialer Kontakte, Psychoterror und körperliche Züchtigung.

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