Jonas Mekas in Berlin: Ein Tropfen Heiliger Geist
zum Hauptinhalt
Abwesend anwesend. Jonas Mekas mit Skype-Botschaft im Weddinger Silent Green.

© Ray Peter Maletzki

Tagesspiegel Plus

Jonas Mekas in Berlin: Ein Tropfen Heiliger Geist

Aus dem Tagebuch eines Avantgardisten: Eine Performance im Berliner Silent Green mit Jonas Mekas and Friends.

Von Gregor Dotzauer

Stand:

Sie nutzen Google? Sie können sich Artikel des Tagesspiegels in der Google-Suche
nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr erfahren oder direkt aktivieren.

Ein halbes Jahrhundert musste vergehen, ehe seine „Defense of Perversity“ aus dem Tagebuch des Jahres 1959 erstmals zwischen zwei reguläre Buchdeckel fand. In der ersten Nummer der Zeitschrift „Big Table“ war Jonas Mekas auf Auszüge aus William S. Burroughs’ Roman „Naked Lunch“ gestoßen, fühlte sich von diesem Ausbund an Obszönität und dunklem Wahn elektrisiert und verbrachte anschließend eine schlaflose Nacht. „In einer zum Unechten standardisierten, konformistischen, kranken Gesellschaft, wird Perversität zu einer befreienden Kraft“, notierte er damals. Sie ist „ein Tropfen Heiliger Geist, ein erlösender Strahl“, ein unbewusstes Aufbegehren „gegen entmenschlichende Tendenzen“.

showPaywall:
true
isSubscriber:
false
isPaid:
true
console.debug({ userId: "", verifiedBot: "false", botCategory: "" })