
© Georgia Bertazzi
Tetzlaff Quartett: Eine Epoche verglüht
Mozart, Schubert, Berg - lauter unerhört moderne Werke: das Tetzlaff Quartett spielt im Berliner Kammermusiksaal.
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Unfassbar, dieses letzte Streichquartett von Franz Schubert, Nr. 15 G-Dur. Ruinenmusik, Extrem-Emotionen, fast 50 Minuten lang. Unerhört modern sind diese Chiffren des Scheiterns, eigentlich unspielbar mit ihren schroffen Wechseln zwischen dreifachem Piano und dreifachem Forte, den permanenten Tremoli, rasant gewellten Sechzehntel-Figuren und abrupten Zerstörungsakten. So manches Streichquartett bemüht sich deshalb um Entschleunigung und um eine Zäsur zwischen dem zarten Anfangs-Akkord in G-Dur und der unmittelbar folgenden harschen Moll-Eintrübung samt zackig punktierter Schlusswendung. Nicht so das Tetzlaff Quartett im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie, hier gibt es kein Vorher und Nachher, nur Bestürzung, Vergeblichkeit, Chaos.
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