
© Stiftung Berliner Philharmoniker
Zerstreuung oder Konzentration: Geht die digitale Vermarktung der Klassik an die Substanz?
Früher, in der netzfreien Zeit, hat der Mensch und Veranstalter das, was er zu verkünden hatte, gedruckt und verteilt. Das ist heute anders. Die Gefahr der Verwechslung aber von Mittel und Zweck ist groß.
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Bei der Sprache fängt es an, wie so oft. Menschen, die sich im sozialen Netzwerk Facebook bewegen, nennt man User oder Nutzer. Deutsch und/oder Englisch, beides geht. Mit Leuten, die gerne twittern (zwitschern?), tut man sich schon schwerer. Die heißen im Netz-Sprech „Followers“, und das ist kaum zu übersetzen. Folger? Verfolger? Verfolgte? Wem oder was mögen sie auf der Spur sein? Einer Institution, einem Gedanken, allem, was ihnen so vor die Flinte läuft? „Beim Microblogging-Service Twitter haben die Berliner Philharmoniker bereits 10 000 Followers“, heißt es auf der Homepage der Philharmoniker (aktuell sind es sogar 15 262). Das klingt stolz. Das klingt, als habe man die schöne neue virtuelle Welt erobert, den globalen Newsroom geentert. Im Gegensatz zum Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin zum Beispiel, das gar keine Followers hat und vielleicht auch keine haben will. Oder zum Theater Erfurt mit seinen 213.
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