"Hoffmanns Erzählungen" in Rheinsberg: Gesänge der Nacht
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Phantasmagorie: Hoffmann (Matthew Pena, l.) verfällt der Puppe Olympia (Ji-Hyun An).

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"Hoffmanns Erzählungen" in Rheinsberg: Gesänge der Nacht

Dichterliebe, Dichtertod: Jacques Offenbach, der Operettenkönig der Champs-Élysées, hat erst am Ende seines Lebens eine Oper geschrieben: "Hoffmanns Erzählungen". Jetzt führt die Kammeroper Schloss Rheinsberg das Stück auf.

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Wie höllisch schwer ist diese Partie zu singen und zu spielen. Die Amerikanerin Ji-Hyun An macht das im Heckentheater des Rheinsberger Schlosses ganz wunderbar. Olympia heißt die Puppe, die sie darstellt, der Dichter E.T.A. Hoffmann hat sich in sie verliebt, ohne zu bemerken, dass sie nur eine Maschine, ein „Automat“ ist. Physiker Spalanzani (Timo Rößner) tippt ihr zweimal auf den Rücken, schon erwacht sie zum Leben, hebt die Arme ruckelnd in die Höhe, lüpft den Reifrock, kreist, tanzt und singt, mechanisch zuckend, schwierigste Koloraturen: „Die Vöglein in den Laubengängen / Am Himmelszelt der Sonnenball / Alles spricht dem jungen Mädchen / Spricht dem jungen Mädchen von der Liebe“. Wärmende Worte eines kalten, seelenlosen Apparats. Hoffmann verfällt ihm rettungslos und macht sich lächerlich. Der fantastische Auftritt von Ji-Hyun An ist der Höhepunkt dieser an beeindruckenden Frauenstimmen so reichen Rheinsberger Nacht.

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