Punk: Heulende Sirenen
Organisiertes Chaos aus narkotischem Gitarrenlärm plus Mega-Boller-Bass plus Schlagzeug plus Jazztrompete plus Johnny Rotten: Jah Wobble und Keith Levene geben in der Volksbühne ein ekstatisches Konzert
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Vor drei Jahren meldete sich John Lydon bei Jah Wobble wegen einer PIL-Reunion. Nachdem sich beide nicht einigen konnten, drehte Wobble den Spieß um und holte mit Keith Levene den anderen Mitbegründer von PIL zurück, um unter dem krähenden Protest von Lydon eine Variation ihres zweiten, legendären Albums „Metal Box“ auf die Bühne zu bringen. Während der zuvor mit den Sex Pistols als Johnny Rotten berühmt gewordene Lydon 2011 ein PIL-Album vorlegte, das kein Mensch braucht, zeigt sich beim Auftritt von Wobble und Levene in der Volksbühne, wie aufregend es sein kann, einen Klassiker neu aufzulegen, wenn man daraus keine Nostalgieshow macht. Zumal die beiden mit ihrer dramatischen Wendung zu Disco, Funk und Dub-Reggae den Meilenstein ins Rollen brachten: Wobbles dicker Blubber-Bass und Levenes metallisch sägende Kreischgitarre – eine Achse, die auch nach 33 Jahren einmalig klingt und nichts von ihrer disziplinierten Radikalität verloren hat.
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