
© Werner Kmetitsch
Andrés Orozco-Estrada bei den Berliner Philharmonikern: Hinter der Fassade
Gnadenlose Deutlichkeit bei Schostakowitsch, Grobschlächtiges bei Strauss: das Debüt von Andrés Orozco-Estrada mit den Berliner Philharmonikern.
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Nicht nur für Beethoven, auch für Schostakowitsch ist die Fünfte ein Schicksalsstück. Mit der Sinfonie nämlich zog der Komponist 1937 seinen Kopf aus der Schlinge, die ihm Stalin symbolisch bereits um den Hals gelegt hatte. Als dekadent und formalistisch hatte der Diktator die vom Publikum begeistert aufgenommene Oper „Lady Macbeth von Mzensk“ geschmäht. Dem Gulag entkam Schostakowitsch in seiner Fünften durch Rückgriff auf klassische Formen und den Untertitel „praktische schöpferische Antwort eines sowjetischen Künstlers auf eine berechtigte Kritik“. Tatsächlich ließen sich die Kulturfunktionäre damals blenden.
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