Kultur: Im Traumland
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Kultur: Im Traumland

Anneliese Rothenberger zum 80. Geburtstag

Von Frederik Hanssen

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„Ach, ich fühl’s , es ist entschwunden ...“ Eine Königstochter wird von dubiosen Priestern gekidnappt, begegnet ihrem Retter, verliebt sich in ihn – doch plötzlich will der Mann nicht mehr mit ihr reden. Als Pamina in Mozarts „Zauberflöte“ reagiert Anneliese Rothenberger auf den Liebesentzug wie eine perfekte Königstochter: Ein kurzes Aufbäumen, dann sinkt die Stimme wieder ins Pianissimo; das Herz ist gebrochen, der Rücken aber bleibt gerade. Ein lichter Sopran, geführt mit vollkommener Kontrolle, eine Erscheinung wie eine Porzellanpuppe – und doch gelang es Anneliese Rothenberger, ihren Figuren Leben einzuhauchen. Mozart war der Fixpunkt dieser Weltkarriere, beginnend mit jenem Abend 1946 bei ihrem ersten großen Engagement in Hamburg, als die 20-Jährige in der „Zauberflöte“ nicht nur den 1. Knaben, sondern, als Einspringerin, auch noch die Königin der Nacht sang. Ab 1954 war sie regelmäßig in Salzburg zu erleben, ab 1960 auch an der New Yorker Met, erst in den Dienerinnenrollen, bald als Protagonistin, mit der Konstanze aus der „Entführung“ als Krönung.

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