Martenstein kommentiert: In der Lederhose wird gejodelt
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Unser Autor Harald Martenstein.

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Martenstein kommentiert: In der Lederhose wird gejodelt

Als junger Journalist musste unser Kolumnist Sexfilme rezensieren. Das hat immerhin einen Vorteil: Jetzt hat er die Kompetenz, Biopics wie "Lovelace" zu beurteilen.

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Ich wollte den Film „Lovelace“ sehen, ein Biopic, welches von einem Sexfilmstar der siebziger Jahre handelt. Den berühmten Film „Deep Throat“, in dem Linda Lovelace die Hauptrolle spielt, habe ich seltsamerweise nie gesehen. Seltsamerweise, weil ich in den Siebzigern jahrelang Sexfilme für eine kleine Zeitung besprechen musste. Ich war der jüngste und rangniedrigste Mitarbeiter des Kulturressorts, und der Ressortleiter vertrat die Ansicht, dass jedes Kino, das Anzeigen schaltet, als Gegenleistung eine Besprechung kriegen muss, und zwar eine eher positive. Verrisse waren verboten. Ich saß also mit 21, 22 Jahren im Bahnhofskino und zerbrach mir den Kopf darüber, warum „In der Lederhose wird gejodelt Teil 2“ ein super Film sein könnte. Ich habe sogar teilweise die Dialoge mitgeschrieben, ich dachte, Filmkritiker tun so was. Die anderen Männer im Bahnhofskino dachten, dass ich eine besonders kranke Perversion besitzen muss, denn außer mir schrieb keiner mit. Mein Leben könnt ihr ruhig auch mal verfilmen.

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