Daniil Trifonov in der Philharmonie: Man vergisst fast zu atmen
zum Hauptinhalt
Daniil Trifonov.

© Dario Acosta

Tagesspiegel Plus

Daniil Trifonov in der Philharmonie: Man vergisst fast zu atmen

Als "Klavierwunder" vermarktet ihn die PR-Maschinerie. Jetzt hat der junge russische Pianist Daniil Trifonov in Berlin gezeigt, was er wirklich drauf hat.

Von Frederik Hanssen

Stand:

Sie nutzen Google? Sie können sich Artikel des Tagesspiegels in der Google-Suche
nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr erfahren oder direkt aktivieren.

Mit Bachs d-Moll-Chaconne holt Daniil Trifonov das Publikum zu sich. Erwartungsvoll ist die Stimmung in der fast ausverkauften Philharmonie, die Luft schwirrt vor Neugier auf diesen so scheu wirkenden jungen Pianisten, der von einer massiven PR-Maschinerie als Klavierwunder vermarktet wird. Und sofort höchste Konzentration einfordert. Ein strenges Exerzitium hat sich der Russe auferlegt: Er spielt das Bach-Werk in Brahms’ Bearbeitung für die linke Hand. Mit mönchischem Ernst entfaltet er ein faszinierendes Spiel autonomer Linien, vielschichtig in Klangfarbe und Anschlagsdynamik. Hier ist kein bloßer Virtuose am Werk, sondern ein frühreifer Künstler von höchstem Einfühlungsvermögen.

showPaywall:
true
isSubscriber:
false
isPaid:
true
console.debug({ userId: "", verifiedBot: "false", botCategory: "" })