Theater: "Phädra" neu inszeniert - Wenn Statuen rasen
zum Hauptinhalt
"Phädra" neu inszeniert.

© Braun/drama-berlin.de

Tagesspiegel Plus

Theater: "Phädra" neu inszeniert - Wenn Statuen rasen

Das Komische im Tragischen: Torsten Fischer inszeniert „Phädra“ am Renaissance-Theater mit sagenhaft komisch wirkendem hohlen Pathos.

Stand:

Sie nutzen Google? Sie können sich Artikel des Tagesspiegels in der Google-Suche
nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr erfahren oder direkt aktivieren.

Da steht sie, die alte Schaubühne. Gekleidet in eine frisch gebügelte weiße Bluse, bereit, sofort zum Sterben niederzusinken – komm, süßer Tod! Sie trägt aber auch einen zerknitterten dunklen Anzug zum Dreitagebart, ringt die Hände und möchte sich am liebsten selbst „aus dem All verbannen“. Corinna Kirchhoff und Wolfgang Michael, verdiente Protagonisten der Ära Andrea Breth am Lehniner Platz und überhaupt Verkörperung dessen, was man gern Theaterurgesteine nennt, spielen Phädra und Theseus. Diese unseligen Eheleute, die sich irgendwo zwischen Scheintoden, Rankünen und Inzestverlangen abhandenkommen. Großes Drama. Allerdings befinden wir uns eben nicht in der Schaubühne, sondern am Renaissance-Theater. Ein bislang wenig tragödienaffines Haus, eigentlich Heimstatt des gehobenen Boulevards und des munteren Singspiels. Ganz neue Töne am Ernst-Reuter-Platz.

showPaywall:
true
isSubscriber:
false
isPaid:
true
console.debug({ userId: "", verifiedBot: "false", botCategory: "" })