Dmitrij Kitajenko beim Konzerthausorchester: Russendispo
zum Hauptinhalt
Dmitrij Kitajenko

© Gert Mothes/Konzerthaus Berlin

Tagesspiegel Plus

Dmitrij Kitajenko beim Konzerthausorchester: Russendispo

Wie man einen beseelten Augenblick kreiert: Dmitrij Kitajenko und das Konzerthausorchester mit Tschaikowsky und Schostakowitsch.

Von Frederik Hanssen

Stand:

Sie nutzen Google? Sie können sich Artikel des Tagesspiegels in der Google-Suche
nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr erfahren oder direkt aktivieren.

Ein vorausschauendes Dirigieren, ein Interpretationsansatz, der schon bei den ersten Noten den Schlusstakt mitdenkt: Disposition ist alles. Dmitrij Kitajenko beherrscht diese Kunst des weiten gedanklichen Bogens: Seit fünf Jahrzehnten steht er auf der Bühne, gerade hat er einen grandiosen Tschaikowsky-CD-Zyklus mit dem Kölner Gürzenich-Orchester abgeschlossen. Und auch beim Konzerthausorchester vollbringt er Wunderdinge. Indem er in der vierten Sinfonie seines Landsmannes nichts überstürzt. Gerade Tschaikowskys Musik verleitet Dirigenten ja dazu, ihr Pulver zu schnell zu verschießen. Weil sie keinen akademischen Bahnen folgt, sondern sich in freier Klangrede verströmt. Kitajenko nimmt also das Streicherthema des Kopfsatzes verhaltener als üblich, um die folgenden Steigerungen effektvoller aufbauen zu können. Er weiß auch, wie man immer mal wieder Druck aus der hochemotionalen Sache nimmt, ohne dass der Spannungsfaden abreißt. Das elektrisiert das Publikum – und animiert das Orchester zu Bestleistungen. Nach den traumschönen Holzbläsersoli des Andantino applaudiert Kitajenko den Instrumentalisten mit dem Taktstock in der Handfläche.

showPaywall:
true
isSubscriber:
false
isPaid:
true
console.debug({ userId: "", verifiedBot: "false", botCategory: "" })