
© DPA/Georgios Kefalas
Nachlass von Imre Kertész: Schicksal eines Schicksallosen
Zwischen Berlin und Budapest ist ein stiller Kampf um das Erbe des ungarischen Literaturnobelpreisträgers Imre Kertész entbrannt. Ein Besuch an der Donau.
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Unter dem matschgrauen Budapester Februarhimmel wirkt die Villa Eisele in der Benczúr-Straße 46, wenige Schritte vom Heldenplatz entfernt, doppelt ramponiert. Die Art-Nouveau-Pracht, die ihr das Architektenpaar Guido Hoepfner und Géza Györgyi 1909 schenkte, ist dahin. Tiefe Schrunden laufen über die Fassade, und im wintertrüben Inneren raubt das Dunkelbraun der Holzvertäfelungen noch dem kleinsten Schnörkel seinen Schwung. Zuletzt haben die Insassen eines Altersheims die Grandeur der 1070 Quadratmeter heruntergewohnt. Nach Jahren des Leerstands soll das Geisterhaus nun aber wieder eine Zukunft haben. Die Gemeinnützige Stiftung für die Erforschung der Geschichte und der Gesellschaft Mittel- und Osteuropas hat sie im vergangenen Jahr für umgerechnet zwei Millionen Euro erworben und will darin das Imre-Kertész-Institut eröffnen.
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