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Fernsehklassiker "Holocaust": Späte Katharsis
Vor 40 Jahren schockierte die TV-Ausstrahlung der US-Serie „Holocaust“ die Deutschen. Sie veränderte die Erinnerungskultur.
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„Anruf erwünscht“ war in Riesenlettern im Studio zu lesen, darunter die Nummer des Zuschauertelefons. Nach jeder Ausstrahlung einer der vier Folgen der US-Serie „Holocaust. Die Geschichte der Familie Weiss“ lud der WDR Ende Januar 1979 Studiogäste zur Diskussion, nach jeder Folge durften Zuschauer anrufen. Tausende griffen zum Hörer, 30 000 sollen es insgesamt gewesen sein. Die meisten drängte es, von ihrem Schock zu berichten, von Scham und Schuldgefühlen. „Schluchzend oder bedrückt beteuerten Leute, sie hätten von nichts gewusst“, erinnert sich eine damalige Mitarbeiterin des Senders in Köln. Es war, als wollten sie sich entschuldigen, entlasten. Auch Abwehr gab es, wütende Rufe nach dem „Schlussstrich“ oder solche, die sich über „die Lügen“ der Serie zum Judenmord empörten. Aber es riefen sogar ehemalige Wehrmachtsangehörige an, die bestätigen wollten: „So war es.“
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