
© Jens Ziehe
Rayyane Tabet in der daad-Galerie: Spur der Steine
Hommage an Tell Halaf in der daad-Galerie: Die Frottagen des libanesischen Künstlers Rayyane Tabet erzählen von der bitteren Seite der Geschichte.
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Drei Tage saß er im kalten Depot, wickelte Stücke gebrochenen Basalts in Papier und schraffierte mit Kohlestift je einen schrundigen Stein auf ein Blatt. Heißen Tee haben sie dem Künstler gebracht, der da wie ein Archäologe zwischen dem Rest-Kulturgut aus Tell Halaf hockte, so erinnern sich Mitarbeiter der Staatlichen Museen, die Rayyane Tabet bei seiner Sisyphos-Arbeit betreuten: Rund 2000 Bruchstücke aus der Grabungsstätte im Nordosten Syriens lagern in den Depots, 1000 davon soll Tabet mit Hilfe der Frottage-Technik vervielfältigt haben. 500 Blätter hängen jetzt in der daad-Galerie, mit Nägeln und Klammern auf hochkant gekippte Euro-Palletten gepinnt, jeweils fünf Reihen bis unter die Decke. Ergänzt werden die Blätter von 25 größeren, gerahmten Frottagen, die an der Wand gegenüber lehnen.
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