
© Monika Rittershaus
Lieberabend Golda Schultz: Sternstunde mit Schubert
Die südafrikanische Sopranistin Golda Schultz singt Schubert-Lieder im Pierre Boulez Saal.
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Es ist wahrlich keine neue Erkenntnis, aber immer wieder gibt es Abende, die daran besonders eindringlich erinnern: dass im Liedgesang, im geglückten zumindest, drei Künste gleichzeitig anwesend sind und die Verschmelzung von Dichtung, Komposition und Stimme blitzhaft, augenblicksweise etwas ganz Neues, Einzigartiges hervorbringen kann. Zum Beispiel Abende wie der von Golda Schultz am Freitag im Pierre Boulez Saal, mit dem der über Jahre angelegte Zyklus sämtlicher Lieder Schuberts eine weitere Sternstunde erfahren hat. Weil die südafrikanische Sopranistin singt, als würde sie das, was die Lyrik erzählt, tatsächlich erleben. „Gretchen am Spinnrade“: der zarte, schwärmerische, furchtsame Gestus, die Sehnsucht nach dem fremden Mann, diesem Faust! Oder die „Junge Nonne“, auf ein Gedicht des schwer katholischen Jacob Nikolaus Craigher de Jachelutta: „Es klirren die Balken / Es zittert das Haus“. Aber dann – ein erlösendes, alle Gewitterfurcht hinter sich lassendes „Immerhin“! Und die feste Vorfreude auf den Heiland, den „Bräutigam“.
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