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Freude am Fahren: Um die Jahrhundertwende mit dem Auto nach Italien
Otto Julius Bierbaum schrieb das erste Autoreisebuch der deutschen Literatur. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Begeisterung über den "Laufwagen" groß. Eine Leseprobe.
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Das wichtigste Statussymbol der Deutschen hat vier Räder und viele PS. Doch die Menschen verlieren allmählich ihre Nähe zum Auto. Mehr als 130 Jahre nachdem Carl Benz das erste praxistaugliche Modell entwickelte, neigt sich das Zeitalter des homo automobilis hierzulande seinem Ende entgegen. Die jüngsten Diesel-Skandale sind nur der Höhepunkt eines ökologischen Unbehagens, das die westlichen Gesellschaften seit Jahrzehnten umtreibt. Wie euphorisch ging es dagegen Anfang des 20. Jahrhunderts zu. Als erstes schriftstellerisches Dokument dieses Enthusiasmus, der sich bei maximal 40 Stundenkilometern entfalte, gilt Otto Julius Bierbaums Werk „Eine empfindsame Reise im Automobil – Von Berlin nach Sorrent und zurück an den Rhein“ (1903). Bierbaum war ein Alleskönner: Journalist, Schriftsteller, Librettist und Herausgeber der Zeitschriften „Pan“ und „Die Insel“. Sein Bericht in Briefen schildert eine Reise des Ehepaars Bierbaum in einem vom Berliner Verlag August Scherl gestellten roten Adler-Phaeton. Wir dokumentieren Auszüge aus Bierbaums „Empfindsamer Reise“, mit der er sowohl Laurence Sternes Roman „Yoricks empfindsame Reise durch Frankreich und Italien“ (1768) wie auch Johann Gottfried Seumes „Spaziergang nach Syrakus“ (1803) beerbte.
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