Neue Gedichte des Büchner-Preisträgers: Unbemerkt und ungeimpft
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Unwirkliche Wirklichkeitsreste. Auch der Münchner Modedesigner und seine Terrier-Hündin Daisy haben bei Marcel Beyer ihren Auftritt.

© Volker Dornweber/DPA/DPAWEB

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Neue Gedichte des Büchner-Preisträgers: Unbemerkt und ungeimpft

Der Dichter Marcel Beyer wirft mit "Dämonenräumdienst" die große Wörterzentrifuge an.

Von Gregor Dotzauer

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Keine tollkühneren ersten Sätze als die von Marcel Beyer. „Mein Daumenabdruck steckt in / einer schweren Krise“, bekennt er in seinem neuen Gedichtband „Dämonenräumdienst“. Oder: „In meiner Hasenzeit habe ich so häufig / mit Joseph Beuys geschlafen“. Oder: „Der Dichter arbeitet als Reh im / Innendienst“. Oder mit Gruß an Paul Celan: „Der Tod ist ein Arschloch aus Strehlen“. Wer da erst einmal Bahnhof versteht, hat völlig recht. Anschließend wird es nur nicht unbedingt besser. Wie heißt es programmatisch in einem anderen ersten Satz? „Ich brauche morgens viel zu lange, / bis ich mich fremdgeschrieben / habe“. Vielleicht lohnt es sich angesichts von so viel Fremdheit, mit dem bloßen Staunen anzufangen.

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