70 Jahre Zeitschrift "Sinn und Form": Vom Bestellen des Feldes
zum Hauptinhalt
Gründungschefredakteur. Der Dichter Peter Huchel.

© Promo Huchel-Haus

Tagesspiegel Plus

70 Jahre Zeitschrift "Sinn und Form": Vom Bestellen des Feldes

Seit 70 Jahren ist die „Sinn und Form“ unverwechselbares Organ der literarischen Welt. Die Zeitschriftenkolumne.

Von Gregor Dotzauer

Stand:

Sie nutzen Google? Sie können sich Artikel des Tagesspiegels in der Google-Suche
nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr erfahren oder direkt aktivieren.

Waren es nicht gerade erst fünf Jahrzehnte, die „Sinn und Form“ als unverwechselbares Organ der literarischen Welt feiern konnte? Damals, im Januar 1999, stand die Zeitschrift noch ganz unter dem Eindruck eines mit der Wende unwiderruflich vollzogenen Epochenbruchs, der sich in der Perestroika-Ära auch redaktionsintern angedeutet hatte. Im Vorwort zu „Stimme und Spiegel“, einer im Aufbau Verlag erschienenen Anthologie mit herausragenden Texten aus einem halben Jahrhundert, sprach ihr damaliger Chefredakteur Sebastian Kleinschmidt vom Verlust eines „Universums der Daseinsgewissheit“ und der Öffnung zu einer Autorschaft, die weder „im Banne noch im Schutze einer alleinigen Lehre“ steht. Zugleich war ihm mulmig angesichts eines sich ungehemmt ausbreitenden „Agnostizismus des Sinns“. Inmitten historisch wechselnder Bewusstseinslagen stellt er die Kontinuität in Frage, die der Dichter Peter Huchel als erster Chefredakteur bis zu seiner vom DDR-Staat erzwungenen Demission 1962 begründet hatte: „das in gewissem Sinne Unpolitische, Distanzierte, Erlesene, die Balance zwischen Gedicht und Gedanken, der Ernst“.

showPaywall:
true
isSubscriber:
false
isPaid:
true
console.debug({ userId: "", verifiedBot: "false", botCategory: "" })