Neukölln-Roman: Wir Sanierungsbedürftigen
"Rechnung offen": In ihrem Roman skizziert Inger-Maria Mahlke mit kühlen Blick das Bild einer prekären Gesellschaft.
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Die Hölle des täglichen Lebens, das wissen wir spätestens seit Udo Jürgens’ „Ein ehrenwertes Haus“, das sind die Nachbarn. Oder: Sie können es zumindest sein. Die, die kontrollieren und sich beschweren; die Hydrokulturkügelchen auf der Treppe auslegen, um zu prüfen, ob der Wochenputz erledigt wird. Die vor dem Haus stehen und die Falschparker aufschreiben. All das gibt es in IngerMaria Mahlkes Roman „Rechnung offen“ nicht. Und nach kurzer Zeit wünscht man sich etwas davon. Denn noch unerträglicher, deprimierender und erschreckender als eine allumfassende soziale Überwachung erscheint in Mahlkes Roman deren Gegenteil – das komplette Desinteresse an den Menschen, von denen man umgeben ist, selbst wenn es sich dabei um die eigene Familie handelt.
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