KUNST Stücke: Wurfgeschosse
Claudia Wahjudi sieht sich Steine und Glühbirnen an
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27 Steine hat die Besucherin schon geworfen, um ein paar Glühbirnen an der Decke zu zertrümmern. Vergeblich. Schneller zu Bruch gingen die Birnen bei der Eröffnung von Diango Hernández’ erster Ausstellung in der Galerie Barbara Thumm. Da ließen die Gäste Steine hageln, und rasch lag die Installation im Dunklen. Hernández geht es um Ernesto Guevaras „Guerillakampf und Befreiungsbewegung“. Den Text des Revolutionärs hat der 1970 in Kuba geborene Künstler in einer Broschüre nachgedruckt und mit Collagen illustriert, die er ebenfalls zeigt: alte Fotos von gediegenen Porzellanfiguren, denen er mit geschnipselten Pornobildern zu Leibe rückt. Differenzierter argumentiert Hernández mit den Glühbirnen. Guevara nannte einst das Licht den nächtlichen Feind des Guerillero. Andererseits gilt Licht als Allegorie der Aufklärung und Befreiung. Was also passiert, wenn es dunkel wird und der Partisan angreifen kann? Die Antworten sind ernüchternd. Viele Eröffnungsgäste verließen, kaum waren die Glühbirnen zerschossen, den Raum und verpassten so die Pointe: Im Dunklen begannen die Rahmen der nun unsichtbaren Collagen türkis zu leuchten. In der Masse wird der Mensch eben unachtsam. Wer dagegen an einem regulären Öffnungstag Steine wirft, muss feststellen: Allein richtet er gar nichts aus. Die oben erwähnte Besucherin jedenfalls gab nach 45 Würfen auf (bis 25. Oktober, Markgrafenstraße 69, 1800-40 000 Euro).
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