Kultur: Zeitlos? Viel los!
Verpuppte Paulinerkirche: Der Holländer van Egeraat gewinnt den Wettbewerb um den Leipziger Universitätscampus
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Es musste wohl so kommen. Die Diskussion in Leipzig um die Neubaupläne der Universität hatte auch in der Bürgerschaft hohe Wellen geschlagen, wobei es fast ausschließlich um die Frage ging, ob die 1968 auf Befehl des SED-Chefs Walter Ulbricht gesprengte Paulinerkirche wieder aufgebaut werden soll. Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee und die Universität hatten sich frühzeitig gegen eine Rekonstruktion ausgesprochen. Doch als sich die Sächsische Staatsregierung als Bauherr dem Druck der Befürworter beugte, war das Rektorat zurückgetreten. Ohne die Kirche konnte es also nicht gehen, und so hatten einige der Architekten versucht, in irgendeiner Form wenigstens die Erinnerung an den gotischen Ziergiebel anzubieten. Peter Kulka, dem kompromisslos Modernen, fiel das besonders schwer, weshalb sein Entwurf trotz großer Sympathien in der Fachwelt den Schmährufen aus dem Publikum („Ansammlung von Schuhschachteln“) zum Opfer fiel und beim Entscheid nun auf dem zweiten Platz landete.
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