
© Justin Pumfrey/Decca
Mitsuko Uchida in Berlin: Zögernd, leise
Musik des Verschwindens: Die Pianistin Mitsuko Uchida spielt Schubert-Sonaten im Kammermusiksaal.
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Die Welt ist zu laut, Mitsuko Uchida hält dagegen. Am ersten Abend ihres neuen Schubert-Zyklus’, mit dem die Pianistin derzeit auf Tournee ist, lädt sie zur Gratwanderung zwischen Diesseits und Jenseits. Sie meditiert, philosophiert und schlägt derart intime Töne an, dass im Nu Hochspannung herrscht im Berliner Kammermusiksaal. Der schroffe Beethoven’sche Beginn der späten c-Moll-Sonate D 958, wenige Monate vor Schuberts Tod entstanden, weicht alsbald Mitsuko Uchidas perlenden Läufen: entmaterialisierten Klängen, wie man sie von ihrem Mozartspiel kennt. Verflüssigtes Legato, ein in seiner Schlichtheit minimalistisches Adagio mit höchst fragilen Pianissimo-Passagen, aparter Anschlag, feingestochene Konturen: Es ist, als wohne man einem Elfentanz bei, der von zuckenden Blitzen illuminiert wird.
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