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Facebooks „Timeline“: Angst vorm eigenen Leben
Mit der Timeline zwingt Facebook seine Nutzer, sich intensiver mit ihrer eigenen Vergangenheit zu beschäftigen. Die Erinnerung wird schnell überprüfbar und ständig verfügbar - aber für Fantasie bleibt weniger Platz.
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Die Zahlen sind gigantisch. 1,3 Millionen Menschen in Berlin, Kinder, Jugendliche und Erwachsene, 22,1 Millionen in Deutschland, mehr als 800 Millionen weltweit – für sie alle wird bald ein Teil ihrer Welt eine andere sein. Facebook, ihr soziales Netzwerk, über das sie verbunden sind, als Fremde oder Freunde, hat ihnen ein Ultimatum verkündet: In wenigen Tagen werden ihre ungeordneten Profile auf Linie gebracht, dann wird alles, was sie jemals dort anderen gezeigt oder mit ihnen geteilt haben, Fotos oder Filme, Links oder Lästereien, chronologisch geordnet, beginnend mit der Geburt, nie endend mit dem immer neuen, dem eben letzten Tag. Aus Facebook wird ein Lifebook, das ganze Leben leicht verfügbar, viel geordneter, viel übersichtlicher als bisher, Tag für Tag, en détail und im Schnelldurchlauf – „Timeline“.
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