Auf den Punkt: Die Freiheit, nicht zu wählen
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Hermann Rudolph

© Doris Spiekermann-Klaas

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Auf den Punkt: Die Freiheit, nicht zu wählen

Tagesspiegel-Mitherausgeber Hermann Rudolph zur Debatte um die Wahlpflicht

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Für alles kann man Argumente finden, auch für eine Wahlpflicht – die Pflicht der Bürger zum Beispiel, ihr Gemeinwesen aktiv mitzutragen. Aber es ist schon grotesk, das Ärgernis geringer Wahlbeteiligung, wie bei der Europa-Wahl, mit der strafbewehrten Verordnung der Zuführung der Wähler zur Urne zu beantworten. Dazu gehört ein gewaltiges Mass an Ignoranz, gemischt mit einer guten Dosis Instinktlosigkeit, und so darf sich der Urheber des Gedankens, der SPD-Bundestagsabgeordnete Jörn Thießen, nicht wundern, wenn in dem Vorgang ein Fall von besonders penetrantem Profilierungsbedürfnis gesehen wird.

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