Zypern in der Krise: Farce im Mittelmeer
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Menschen stehen Schlange, um Cash aus dem Geldautomat einer geschlossenen Bank in Nikosia zu bekommen.

© dpa

Tagesspiegel Plus

Zypern in der Krise: Farce im Mittelmeer

Noch immer gibt es EU-Mitgliedsländer, die bei den Verhandlungen zu milliardenschweren Rettungsschirmen pokern, anstatt verantwortungsvolle Politik zu machen. Die Erkenntnis, dass es so nicht weitergeht, fehlt. Eine Pleite Zyperns könnte daran etwas ändern.

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Jeder weiß jetzt, wo Zypern liegt, durch die Tagesschau ist jeder vertraut mit der interessanten Innenpolitik dieser kleinen Insel und sogar, wie die Hauptstadt heißt, weiß der eine oder andere. Dass Zypern in diesen Tagen allen so vertraut ist, könnte Beweis sein für ein lebendiges europäisches Gemeinwesen, das immer weiter zusammenwächst und in dem sogar die Kleinen etwas zu sagen haben. Doch die plötzliche Bedeutung Zyperns ist etwas anderes: eine Farce. So soll plötzlich eine Insel systemrelevant sein, für die sich das System bisher so wenig interessiert hat, dass ihre Banken machen konnten, was sie wollten. So trifft die zyprische Regierung Absprachen mit den Europäern, für die dann kein einziger Abgeordneter im Parlament den Arm hebt. Von Griechenland wurden Merkel & Co noch erpresst, von Zypern werden sie am Nasenring durch die Manege gezogen. Wer Sinn für solche Kategorien hat, mag das demütigend finden; Ausdruck von politischer Handlungsfähigkeit ist es auf keinen Fall.

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