Neuer Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland: Josef Schuster: Integrator oder Watschenmann?
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Josef Schuster

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Neuer Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland: Josef Schuster: Integrator oder Watschenmann?

Josef Schuster wurde am Sonntag zum neuen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland gewählt. Er muss sich nicht stressen, der Gesellschaft dauernd die Leviten zu lesen. Gebraucht wird er dennoch. Ein Kommentar

Thomas Lackmann
Ein Kommentar von Thomas Lackmann

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Ein Traumjob – wie Papst oder SPD-Boss, laut Müntefering – ist der Vorsitz für den Zentralrat der Juden in Deutschland nicht. Dieser Amtsträger soll gut 100 000 Glaubensgenossen und deren auseinanderdriftende Einheitsgemeinden irgendwie zusammenhalten, während manche Nichtjuden von ihm moralische Autorität erwarten, andere aber insgeheim genervt sind von Einlassungen solcher Art. Als Vertreter „der Juden“ und auch „Israels“, wie Träger dieses Amtes aufgrund ihrer Loyalität mit dem Judenstaat mitunter wahrgenommen wurden, ist der Vorsitzende nebenbei ein jüdischer Watschenmann für die verdruckst philosemitische Berliner Republik. Das Gewicht seiner Position lässt sich durch die Zahl der Mitglieder, für die er spricht, nicht erklären. Die politische Wucht des Amtes resultiert aus der Vorgeschichte des Verbandes und seiner Vorläuferin, aus der historischen Bedeutung der Juden für Deutschlands Geschichte; gewissermaßen sogar aus der imaginären Zahl jener Menschen, die ein Zentralratsvorsitzender heute zu vertreten hätte, wären sie nicht ermordet worden.

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