Katholische Kirche: Mysterium grüßt Benedikt
Wo aus Glaubenssicht über Kirche als Sakrament - Zeichen der Gegenwart Gottes - geredet wird, erkennen Optimisten die schmerzhafte Schleifung als Chance. Genutzt würde diese, wenn mehr Christen mit und ohne Zölibat ihr Leben als Mystik im Alltag realisieren; wenn Gemeinden ohne Funktionärspräsenz von Engagierten getragen werden, woraus sich Priesterweihen „bewährter Ehemänner“ organisch entwickelten.
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Wer sie sieht, erstarre vor einem „Untier von furchtbarer Ungestalt und Wildheit“ – so zitiert der 40-jährige Joseph Ratzinger das Urteil eines Pariser Bischofs aus dem 13. Jahrhundert über die verwahrloste Braut Christi, die Kirche. „Wenn wir uns nichts verheimlichen“, schreibt Ratzinger dazu 1968, dann seien wir versucht zu sagen, Kirche sei „weder heilig noch katholisch“. Das Konzil wenige Jahre zuvor habe sie „sündig“ genannt, was zu „unserer Erfahrung“ passe. Ihre „paradoxale Struktur aus Heiligkeit und Unheiligkeit“ sei wohl die dramatische „Gestalt der Gnade in dieser Welt“. So erfüllt von allem menschlichem Versagen sei ihre Geschichte, dass man Dantes Vision von der „Babylonischen Hure im Wagen der Kirche“ verstehe. Monster am Steuer! Das ist etwas heftiger als 1,54 Promille.
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