
© dapd
Gastkommentar: Wir brauchen mehr Buschkowskys
Die Kritiker am Buch des Neuköllner Bürgermeisters sollten sich lieber selbst sozial engagieren, anstatt eine scheinheilige Opferdebatte zu führen, meint unser Gastautor, der Sprecher eines Vereins für Integration und Menschenrechte ist.
Stand:
nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr erfahren oder direkt aktivieren.
Ich betrachte mich mittlerweile auch als Teil einer Minderheit. Natürlich keiner ethnischen oder kulturellen. Ich gehöre der Minderheit jener an, die sich in einer Debatte um ein Buch zu Wort melden und dieses Buch auch wirklich gelesen haben. Bei anderen habe ich da leider meine Zweifel. Ekin Deligöz wird mit den Worten zitiert, Buschkowksy biete keine Lösungen an. Dabei war zu diesem Zeitpunkt eine lange Liste von Lösungsvorschlägen, die "Neukölln ist überall" enthält, in diversen Zeitungen bereits thematisiert worden. Selbst ohne Lektüre des Buches hätte man also auf die Idee kommen können, dass dieser Vorwurf seinen Urheber nicht sonderlich informiert wirken lässt. Und die vielfache erhobene Behauptung, Buschkowksy hätte als Verantwortungsträger in Neukölln jene Probleme, über die er sich beschwert, längst selbst lösen können, verkennt die Gestaltungsmöglichkeiten und Zuständigkeitsbereiche, die ein Bezirksbürgermeister hat. Der Berliner SPD-Politiker Aziz Bozkurt geht noch einen Schritt weiter und zieht eine Linie von Breivik zu Buschkowsky. Damit kann man sich eigentlich nicht mehr inhaltlich auseinandersetzen, denn hierbei geht es nur noch um bloße Diffamierung.
- showPaywall:
- true
- isSubscriber:
- false
- isPaid:
- true