
© Kai-Uwe Heinrich
Auf den Punkt: Zwei Leichen gegen fünf Verbrecher
Malte Lehming über den Gefangenenaustausch in Nahost
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Das Wort klingt auf eine Weise neutral, dass man es im konkreten Fall verlogen nennen muss - "Gefangenenaustausch". Man denkt an Kriegsgefangene, die nach Beendigung der Feindseligkeiten wieder nach Hause ziehen dürfen, oder an die Glienicker Brücke in der nebligen Abenddämmerung, über die ein Sowjetdissident in den freien Westen geht. Doch derart ausgewogen, äquidistant und romantisch ging es nicht zu, als heute die Leichen von zwei unschuldigen Israelis gegen fünf quietschlebendige Verbrecher der islamistischen Hisbollah ausgetauscht wurden. Einer dieser Verbrecher ist Samir Kantar, der 1979 einen israelischen Familienvater vor den Augen seiner vierjährigen Tochter erschoss, bevor er dieser mit dem Gewehrkolben den Schädel zerschmetterte. Er habe mit der Aktion, wie er später zugab, gegen die Unterzeichnung des Friedensvertrages zwischen Israel und Ägypten protestieren wollen.
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