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Debattenkultur: 2016 hat gezeigt: Der Diskurs ist kaputt
Nie wurde so viel geredet und nie war so wenig Verständigung. Als informationelle Einzelgänger aber sind wir blind - nicht nur, wenn es um das Flüchtlingsthema geht. Ein Essay.
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Ein Rückblick im Zeitraffer: 2016 begann mit der hitzigen Debatte um den Massenmissbrauch und die Massenbelästigung von Frauen am Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht. Kurz darauf demonstrierte der „Fall Lisa“ die Macht von Fake News: Eine junge Berliner Russlanddeutsche behauptete, von mehreren „südländischen“ Männern entführt und vergewaltigt worden zu sein, was sich zwar als falsch herausstellte, von russischen Medien aber als Tatsache verbreitet wurde. Die Anschläge von Ansbach und Würzburg im Sommer und in Berlin am 19. Dezember offenbarten erneut die verhärteten politischen und gesellschaftlichen Fronten in der Flüchtlingsfrage. Im Netz wurde gehasst – zur Begleitmusik einer hilflosen Debatte über Fake-News-Verbote und Facebook-Sanktionen. Den Präsidentschaftswahlkampf in den USA versuchte Russland mit Informationen zu manipulieren, die bei einem Hackerangriff erbeutet worden waren. Mit Donald Trump wurde dann ein Meister der manipulativen Kommunikation zum künftigen Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt. Das Wort „postfaktisch“ wurde zum Wort des Jahres. Wir ertasteten die gläsernen Wände der Echokammern. Wir erzählten uns gegenseitig von unseren Albträumen einer totalen postmodernen Zersplitterung der Welt, Albträume, deren Schatten uns auch am Tag manchmal verfolgten.
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