Deutsche Bank: Das dunkle Erbe des Josef Ackermann
Zehn Jahre führte er das mächtigste Geldhaus der Republik – nun geht er. Unter Ackermann stieg die Deutsche Bank in die Weltliga auf. Doch ihr Ruf ist ruiniert, und viele Kunden klagen wegen Betrugs auf Milliarden von Dollar.
Stand:
nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr erfahren oder direkt aktivieren.
Es war die letzte Frage zur letzten Jahresbilanz, die Josef Ackermann als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank zu verantworten hatte. Und sie betraf das dunkelste Kapitel seiner Ära. „In den USA gibt es diverse anhängige Klagen, in denen der Deutschen Bank Betrug an ihren Kunden vorgeworfen wird. Haben Sie, hat die Deutsche Bank Anlass, sich dafür zu entschuldigen?“, fragte der WDR-Reporter Markus Schmidt zum Schluss der Pressekonferenz zum Geschäftsbericht 2011 Ende Februar in Frankfurt. Mehr als eine sarkastische Antwort war Ackermann das Thema nicht wert. „Alle, die Geld verloren haben, versuchen, einen Teil des Geldes zurückzubekommen“, erklärte er, gerade so, als gehöre der Vorwurf des Betrugs zum Geschäftsalltag. Ja, die Bank habe „in den USA viel Geld verdient“. Da seien die Klagen nun „der Preis, den wir zum Teil bezahlen müssen“. Im Übrigen setze sich die Bank zur Wehr, „wo wir das Gefühl haben, dass wir zu Unrecht beschuldigt werden, schauen wir mal, wie das weitergeht“, verkündete er gelassen.
- showPaywall:
- true
- isSubscriber:
- false
- isPaid:
- true