Die Würde des Menschen: Das glücklichste Geschöpf
Der Mensch kann Enthauptungen und Kriege – er kann aber auch ganz anders: Es ist Zeit für einen neuen Idealismus. Ein Kommentar.
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Ich habe Pico zufällig getroffen. Es war warm, draußen murmelte ein Kleinstadtsommernachmittag. Das Baby ist neben mir auf dem Bett eingeschlafen. Ich betrachte noch einen Moment das rasche Heben und Senken seines Brustkorbs, das Nuckeln. Dann schleiche ich mich zu meinem Bücherstapel im Nebenraum. Ich habe einen Artikel zugesagt für ein Internetlexikon über Frauen in der Reformationszeit, ich soll über Caritas Pirckheimer schreiben, eine Nürnberger Äbtissin, die aus einer bekannten Humanistenfamilie stammt. Aber ich bin schläfrig und habe Schwierigkeiten, mich zu konzentrieren. Ich blättere in einem Text über ihren Bruder, Willibald Pirckheimer, lese über seine Verbindungen nach Italien, erfahre, dass er mit Gianfrancesco Pico della Mirandola Briefe getauscht hat, dem Neffen des 1494 verstorbenen Renaissance- Philosophen Giovanni Pico della Mirandola, und denke, Pico, Pico, was hat der gleich …, ich habe noch nie etwas von Pico gelesen. Ich googele, finde auf der Webseite eines amerikanischen Informatikers eine englische Übersetzung der „Oratio de hominis dignitate“, der „Rede über die Würde des Menschen“, und beginne zu lesen.
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