Zeugen im NSU-Prozess zeigen wenig Mitgefühl mit den Opfern
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Der letzte Prozesstag vor der Sommerpause im NSU-Prozess. Die Angeklagte Beate Zschäpe trifft im Gerichtssaal ein.

© AFP

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NSU-Prozess: Die Kälte der Zeugen

Der Prozess gegen Beate Zschäpe und ihre vier Mitangeklagten geht in die Sommerpause. Wie schuldig die Angeklagte ist, lässt sich bisher schwer beurteilen. Der Prozess ist verworren, seine Linien sind schwer zu verfolgen, und der Vorsitzende Richter macht gewaltigen Zeitdruck - obwohl er den Prozess gerade um ein Jahr verlängert hat.

Von Frank Jansen

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Die Polizistin redet locker, als sitze sie mit Freunden beim Bier. Sie sei am 9. Juni 2005 in Nürnberg mit ihrem „Streifenpartner“ zu einer „Dönerbude“ gefahren, sagt sie. Wegen einer Meldung, dort liege ein blutüberströmter Mann. Der Kollege sei dann da reingegangen und habe festgestellt, „dass die Person ex ist“. Entgeisterte Blicke im Saal A 101 des Oberlandesgerichts München.
Es geht an diesem Dienstag im NSU-Prozess um den sechsten Mord der Terrorzelle, um die tödlichen Schüsse von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt auf den türkischen Imbissbetreiber Ismail Yasar. Es ist der letzte Verhandlungstag vor der vierwöchigen Sommerpause. Da wirkt das schnoddrige „ex“ wie eine makabre Anregung, bis zum September nicht zu vergessen, dass in diesem Prozess mehr zum Vorschein kommt als die Verbrechen einer rechtsextremen Terrorzelle.
In den 32 Verhandlungstagen gab es mehrmals erschreckende Momente. Immer wieder zeigte sich ein Mangel an Empathie bei Zeugen, die sich wohl als Teil der „normalen Leute“ sehen würden. Da erzählte ein Nachbar der Zwickauer Wohnung von Beate Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt, bei seinen Trinkabenden mit Freunden im Keller habe auf dem Fernseher stets ein Bild von Adolf Hitler gestanden, „das gute Stück“. Ein Polizist erläuterte Fotos vom Tatort des Mordes an dem Türken Abdurrahim Özüdogru in Nürnberg, die blutige Leiche war mehrmals zu sehen – und der Beamte betonte, wie unordentlich die Wohnung gewesen sei. Im NSU-Prozess ist zu ahnen, warum Neonazis die Kälte „normaler Menschen“ als stille Zustimmung werten.

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