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Countdown zur US-Wahl: Noch 16 Tage: Flieg, Drohne, flieg!
Unter Barack Obama haben die USA die Zahl ihrer Drohneneinsätze massiv ausgeweitet. Verfahren gegen deren Opfer gibt es nicht, Kritiker sprechen von "außergerichtlichen Morden". Andere verteidigen den Einsatz von Drohen - auch aus moralischen Gründen.
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Anfang Oktober waren 32 Amerikaner nach Pakistan gereist, Mitglieder der Friedensorganisation „Code Pink“. Sie schlossen sich dem Oppositionspolitiker Imran Khan an, der zu einer Anti-Drohnen-Demonstration aufgerufen hatte. Sie sollte nach Kotkai führen, einer Stadt in Süd-Waziristan, die zugleich der Heimatort von Hakimullah Mehsud ist, dem Anführer der pakistanischen Taliban.
Doch der Protestzug kam weder in Kotkai an noch in Waziristan. Die Taliban hatten mit Selbstmordanschlägen und der Entführung von Ausländern gedroht. Außerdem wird die Region von der pakistanischen Armee abgeriegelt. Am Ende gab’s dennoch eine Kundgebung, und Imra Khan war zufrieden. „Wir haben gezeigt“, sagte er, „dass der amerikanische Krieg gegen den Terror zu einem Terrorkrieg geworden ist.“
Unter Barack Obama, dem Friedensnobelpreisträger, haben die USA die Zahl ihrer Drohneneinsätze – insbesondere in Pakistan und im Jemen – massiv ausgeweitet. Vorherige Verfahren gegen deren Opfer gibt es nicht, Kritiker sprechen von „außergerichtlichen Morden“. Laut Angaben des „Büros für Investigativen Journalismus“ (TBIJ) in London wurden bislang zwischen 2500 und 3300 Menschen in Pakistan durch US-Drohnenangriffe getötet, darunter 470 bis 880 Zivilisten, darunter mehr als 170 Kinder. Weil keine offiziellen Statistiken veröffentlicht werden, gelten diese Zahlen als die zuverlässigsten.
Drohnen sind unbemannt (keine eigenen Opfer) und zielgenau (hohe Effizienz). Das macht sie aus US-Sicht zu idealen Waffen in einem Krieg, der nicht gegen souveräne Staaten sondern grenzüberschreitende Terrororganisationen geführt wird. Ob Afghanistan, Jemen, Irak, Syrien, Somalia oder Mali: Al Qaida ist flexibel und mobil. Seit dem 11. September 2001 befindet sich Amerika in einem Krieg gegen die Organisation und ihre Ableger.
An diesem Montag treten Barack Obama und Mitt Romney zu ihrem dritten und letzten TV-Duell an. Es geht ausschließlich um Außen- und Sicherheitspolitik. Die Kontrahenten werden sich wieder heftig streiten - über Libyen, Syrien, Russland, China und überhaupt. Schließlich ist Wahlkampf. Bloß bei einem Thema werden sie sich ganz und gar einig sein, dem Einsatz von Drohnen. Was außerhalb Amerikas oft sehr kritisch gesehen wird, ist zwischen Regierung und Opposition kein Streitpunkt.
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