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Kabinett: Merkel und Schäuble auf Gerüchtereise
Die Kanzlerin und ihr Finanzminister sind nach Seoul gereist, um die Weltfinanzen zu regulieren. Doch ihnen folgten Spekulationen: Schäuble werde abgelöst. "Frei erfunden", schnauft Merkel und will die Debatte beendet haben. Aber die erweist sich als hartnäckig.
- Robert Birnbaum
- Moritz Döbler
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Nachgerade gefaucht hat sie. „Unfug, glatter Unfug!“ Angela Merkel kann, wenn sie will, sehr deutlich werden. Am Freitagmorgen im Frühstücksraum des Ritz Carlton in Seoul will sie es. In Deutschland ist es halb eins in der Nacht, noch ein paar Stunden, bis die ersten Frühaufsteher daheim am Kiosk die Schlagzeile des „Handelsblatt“ lesen werden. „Merkel plant Kabinettsumbildung“, steht da kategorisch, darunter ein wohlbekanntes Bild: Wolfgang Schäuble. Es ist nach allem, was war in den letzten Tagen, eine nur allzu erwartbare Schlagzeile. Schäuble, der Finanzminister, der seinen Pressesprecher vor laufenden Kameras runtergeputzt hat wie einen dummen Bengel. Schäuble, der Mann im Rollstuhl, der wochenlang ins Krankenhaus musste. Na klar, wird jeder morgenmüde Leser sagen, irgendwann geht’s nicht mehr. In Deutschland ist es immer noch dunkel, als Angela Merkel und Wolfgang Schäuble in Südkoreas Hauptstadt vor die Presse treten. Gemeinsam, was nicht geplant war. „Im trauten Einvernehmen“, sagt Merkel, damit es der Letzte begreift. Denn was diese Zeitungsgeschichte angeht – „frei erfunden“.
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